Werkstatt / Institut

Fossilien aus Holzmaden schmücken nicht nur die Wände von Museen und Sammlungen. Auch private Sammler und Gestalter sind von der Schönheit und Anmut der einzigartigen und lehrreichen Zeugen der Natur fasziniert.

Wer seinen Blick über die Hügel der Schwäbischen Alb schweifen lässt, kann sich nur schwer vorstellen, dass hier vor über 180 Millionen Jahren das urzeitliche Jurameer wogte. Durch Fossilisation wurde der Meeresschlamm aus dieser Zeit in harte Schieferschichten umgewandelt. Erst der kommerzielle Abbau in den Schieferbrüchen von Holzmaden hat den Einblick in die Geheimnisse der Natur freigelegt, indem man per Zufall Fossilien als Zeugen einer faszinierenden Unterwasserwelt entdeckte.
Rund 2000 Kubikmeter Schiefer müssen abgebaut werden, um einen gut erhaltenen Saurier zu finden. Dabei ist jedes Fundstück ein außergewöhnliches Unikat: rar, unverwechselbar und nicht reproduzierbar.

In der Werkstatt der Paläontologen- und Präparatoren-Familie Hauff werden die gefundenen fossilen Fragmente von hochqualifizierten Präparatoren in monatelanger Feinarbeit unter wissenschaftlicher Anleitung vorsichtig freigelegt und für die Nachwelt konserviert. Neben einem guten Auge, langjähriger Erfahrung und Ausdauer ist meisterliches Geschick bei der Präparation der unvergänglichen Schönheiten der Jahrmillionen alten Versteinerungen notwendig. Bereits in der dritten Generation der Familie Hauff legen die Präparatoren unter wissenschaftlicher Anleitung unter anderem Fischechsen, Krokodile und Seelilien aus dem Schiefer frei.

Mit Hammer und Meißel wird der Schiefer über dem Fossil zunächst mumienhaft freigelegt, bis man Erhaltungsgrad und Vollständigkeit beurteilen kann.
Lediglich der feine Farbunterschied vom braunen Knochen zur grauen Farbe des Schiefers leitet den Präparator beim Freilegen des Fundes. Je empfindlicher die zu präparierenden Strukturen sind, umso spitzer und feiner sind die Grabstichel.

Mit Präpariernadel, Grabstichel, Diamantfräser und Druckluftmeißel wird der Saurier, dessen Knochen oft nicht mehr im Verband, sondern zerstreut gefunden werden, in wochenlanger Feinarbeit freigelegt.
Der Härteunterschied von Fossil zu umgebendem Schiefer ermöglicht es, die filigranen Einzelteile mit einem Sandstrahlgerät freizustrahlen.

Pneumatische Meißel erleichtern die Präparation z. B. der empfindlichen Schuppen eines Fisches aus splitterharten Kalkschichten.
Die feinsten Strukturen in der Krone einer Seelilie können durch die Feinstrahltechnik sichtbar gemacht werden. Zähne und Knochen, hier von einem Flugsaurier, müssen unter dem Mikroskop freigelegt werden.

Die Präparation dauert oft Monate. Sind z.B. die Stiele der Seelilien aus Tausenden kleinen Kalkplättchen zerfallen, muss der Präparator sie wieder mühsam zusammensetzen.

Fossilien werden auch für den freien Verkauf präpariert.
Im vom Museumskomplex abgetrennten Verkaufsraum warten Versteinerungen von Fischsauriern, Krokodilsauriern, Flugsauriern, Seelilien, Fischen, Ammoniten und Belemniten auf versierte Kenner.
Je nach Budget gibt es Präparate für jeden Anlass - von der viel gefragten Ammonitenplatte bis zum seltenen Fischsaurier, dessen Präparation vieler Monate bedarf.